Willkommen zur zweiten Ausgabe
e.baumann.partner ist: 4x im Jahr kurz und knackiges, informatives How-To-Wissen rund um unsere Kernkompetenzen "Krisen und Konflikte", "Führung" und "Veränderung.
Thema dieser Ausgabe: Konflikte managen
Das systemische Zitat
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
Arabisches Sprichwort
Wenn zwei sich streiten...
... freut sich der Dritte.
Wer kennt diesen Spruch nicht.
Deutet er nur leider darauf hin, dass sich Konflikte zum einen (schnell) ausweiten, werden sie nicht rechtzeitig geklärt. Zum anderen lässt er einen Hinweis darauf zu, dass die Konfliktparteien Dritte als sogenannte Konfliktumleiter (aus-) nutzen.
Gerade Führungskräfte sehen sich diesen sozialen Risiken ausgesetzt. Insbesondere, wenn sie zwei Streithähne in ihrem Team haben. Aber auch in Matrixorganisationen erleben immer mehr ProduktmanagerInnen oder ProjektleiterInnen, dass über sie ein Konflikt abgewickelt wird, der eigentlich an eine andere Stelle gehört.
Was tun, wenn man Umleitungs-Angebote bekommt?
- Sicherlich hat eine Koalition gewisse (strategische) Vorteile. Doch wenn Sie sich für eine Partei entscheiden, schließen Sie sich automatisch für die Rolle des Konfliktmanagers/ der Konfliktmanagerin aus. Was dient eher Ihren Zielen?
- Bevor Sie also nicht eine innere klare Entscheidung gegen eine einseitige Parteinahme oder für eine relative Unabhängigkeit getroffen haben, können Sie auch nicht klar nach außen kommunizieren.
- Nun können Sie das Koalitionsangebot der einen Seite oder die Angebote von beiden Seiten als Wertschätzung und Würdigung Ihrer Person, Rolle oder Funktion werten. Bedanken Sie sich für das Vertrauen.
- Stellen Sie jedoch -am besten im gleichen Atemzug- dar, dass Sie sich in beide Sichtweisen einfühlen/ eindenken können und es Ihnen daher nicht möglich ist, nur eine Sichtweise zu vertreten. Konkret heisst das, dass Sie nicht nur einer Partei -gleich welcher- ausschließlich nutzen können.
- Lenken Sie nun das einseitige Angebot um zu Ihrem Angebot: Sie können aber durch Ihre Allparteilichkeit beiden Parteien nutzen, da Sie ja beide Seiten gut nachvollziehen können.
- Und wer das kann, kann sich auch gut als "Dolmetscher" zur Verfügung stellen, wenn das den beide wollen.
- Machen Sie also beiden Parteien das Angebot, zwischen ihnen zu "dolmetschen". Bitte nehmen Sie es aber auch nicht als persönliche Abwertung, wenn eine Partei oder beide Parteien Ihr Angebot nicht annehmen. Vielleicht ist es noch zu früh dafür oder Sie werden von einer der beiden Parteien bereits als parteilich erlebt. Damit sind Sie es auch.
Wechselwirkungen
Natürlich ist die Welt und damit auch die Unternehmenswirklichkeit komplexer, als dass sich hier in ein paar Zeilen "der einzig wahre Weg" für alle Probleme darstellen lässt. Es kommt auf den Fall an.
Den Weg für Ihre Praxis können Sie entdecken, z.B.
- am 2. und 3. November 2006 im Workshop "Führung. KonfliktmanagerIn".
Weiterführender Link
Wer von Ihnen nun noch etwas mehr zum Thema lesen möchte: Das Telekolleg des Bayrischen Rundfunks hat eine kompakte Seite geschaffen.